Auftaktveranstaltung: Klub Analog wird Klub Dialog

Nach dem Klub Analog im letzten Jahr, einer erfolgreichen Event-Reihe für die Kreativszene Bremens, wurde gestern Abend zur Fortsetzung Klub Dialog eingeladen.

Wer nach der Anzahl an Zusagen bei XING (oder in anderen Netzwerken) im Vorfeld der ersten Folge des Klub Dialog noch unsicher war, ob die Veranstaltung wohl gut besucht sein würde, der hatte spätestens am Empfang Gewissheit. Hier bildete sich schon, durch die Aufforderung zum analogen Login auf Zetteln, eine Warteschlange, für die man etwas Zeit mitbringen musste.
Aber wie das so ist, man trifft sofort alte Bekannte und nutzt den Moment zum Plaudern und schon hat sich Sinn und Zweck erfüllt; ich bin mitten im Dialog.

Eine Etage darüber, in der Station, konnten wir die Reihe Klub Analog in Buchform bestaunen. Alle, die  an der Entstehung des Clubs mitgewirkt hatten, konnten auch gleich ein Exemplar mitnehmen und sich auf den ausgestellten Fotostrecken wieder finden.
Christian Müller und Benedikt Grathwohl fanden sich in den Fotostrecken wieder
Ganz oben unter dem Dach füllte sich die Lemon Lounge recht schnell und wurde, schon bevor die Scheinwerfer den Bereich um die Bühne zusätzlich erhitzten, zu einem Genuss für jeden Sauna-Fan. Das blieb auch von den Organisatoren nicht unbemerkt und so kündigte die Moderatorin Nadine Portillo direkt an, dass man sich bemühe alles relativ kurz zu halten.
Die Begrüßung, die Programmankündigung für den Abend und die Präsentation des „interaktiven Buches zum interaktiven Event“ ließen für mich, trotz der Kürze, nichts vermissen.

Der Redner, Johann-Peter Schliersdorff, der flammenden Rede fiel aus, doch seine angekündigte Brandrede wurde kurzfristig wunderbar vorgetragen von der Schauspielerin Nomena Struß.
Buchvorstellung und Brandrede
In der Podiumsrunde hielt man sich dann doch nicht durchweg an die angekündigte Kürze, so dass der Kontrast zu einigen einsilbigen Antworten für Unterhaltung sorgte.
Und Kai Stührenberg von der Wirtschaftsförderung Bremen GmbH gab anschließend einen kurzen Einblick in die „deutschlandweit einzigartige“ Zusammenarbeit mit der Kulturförderung.
Podiumsrunde und WFB
Die Vorstellung der kommenden Termine, wie der Stammtisch jeden letzten Montag im Monat, das Tischgespräch im Wilhem Wagenfeld Haus, der Hausbesuch und die Vollversammlungen, weckten meine Neugier.
Sehr gespannt bin ich auf die Umsetzung der so genannten Hausbesuche, wo die Teilnehmer sich gegenseitig in den eigenen Räumlichkeiten unter die Lupe nehmen. Meine Vorstellung davon, wie diese Abende genau aussehen sollen, ist da noch etwas wirr. Vielleicht mag mir das mal jemand näher erklären?

Mich wird man bei diesen Terminen sicherlich oft wiedersehen. Euch auch oder seid ihr keine Fans von Saunabesuchen? ;)

Landliebe macht ein Toooooooor!

Nicht mehr lang und die Länder dieser Erde werden wieder geprägt sein von bunt bemalten Gesichtern, merkwürdigen Kopfbedeckungen und anderem Schmuck in Landesfarben sowie lauten, niemals enden wollenden Hupkonzerten.
Für die einen klingt das nach Karneval, doch weit gefehlt... Hier geht es um etwas viel Größeres... Und Millionen von Menschen weltweit können es kaum noch erwarten, bis zum ersten Anpfiff der diesjährigen Fußball Weltmeisterschaft.

Für die perfekte Ausrüstung in den deutschen Reihen hat Landliebe gesorgt.
Ab März können alle Fans mit dem Kauf eines Landliebe WM Aktionspacks coole Preise rund um das Thema Fußball gewinnen. Damit können sie nicht nur ihrer eigenen Passion Ausdruck verleihen, sondern allem voran ihrer Mannschaft von zu Hause aus den Rücken stärken.

Wie man die coolen WM-Preise gewinnen kann, wird auf der Landliebe Website erklärt, die artundweise ins Leben rufen durfte. Mit einer tollen Flash Promotion wird Step by Step visualisiert, wie man sich die Chance auf einen der tollen Preise sichert. Zudem gibt es noch einmal interessante Infos zu den jeweiligen Gewinnen.
Landliebe WM-Gewinnspiel - Retro Fussbälle
Als wertvolles Highlight verlost Landliebe 1.000 Retro-Fußbälle im Original-Design von 1954. Das lässt alte Erinnerungen wieder aufleben und schürt vor allem die Hoffnung auf einen erneuten deutschen WM-Sieg!

Viel Erfolg bei der Teilnahme!

We are at the FITC Amsterdam 2010 -
Design in Amsterdam

Wir betrachten die FITC mal aus einem ganz anderen Blickwinkel.
Der Punkt, der dort nicht so groß geschrieben wird und eher als Randprodukt mathematischer Formeln gehandelt wird. Wir sprechen über Design! Es wird dort viel über generative Formen gesprochen und nicht über Design, das gestaltet wird, sondern das sich aus Berechnungen und Zufall ergibt.
FITC 2010
Es fielen Worte, wie Selbstaufgabe für das, was man lebt und das, was man leisten möchte. Wir wurden mit Arbeitsabläufen, Inspirationen und über das Leben hinter der Arbeit, die diese Personen leisten, vertraut gemacht.

Man lernte den Urheber und seine vielen Facetten kennen. Es gab manche, die ihre Inspiration aus dem Leben nahmen, andere wiederum hatten sich die Natur zum Vorbild gemacht und es gab die Personen, die nur etwas schaffen, das es so noch nicht gab. Bei vielen der Protagonisten stand nicht der Erfolg oder die Anerkennung im Vordergrund, sondern die Liebe zu dem, was sie machen.

Es gab viele Vorträge, die nichts oder nur auf den zweiten Blick etwas mit Flash zu tun hatten. Es gab Vorträge, die wir besuchten, wo Protagonisten wie Erik Natzke und Jared Tarbell, die Flash für sich entdeckt hatten, um ihre Vision von "generative art" ins analoge Leben zu entlassen. Andere wiederum holten uns auf den Boden der Tatsachen zurück und sprachen über Design, das aus persönlicher Inspiration und Lebenserfahrungen geschöpft wird.

Abschliessend sei zu sagen, dass die FITC ein sehr gelungener Event und immer ein guter Anlass ist, um das schöne Amsterdam aufzusuchen.

Wir sehen uns dort wieder!

Folge 5: iPad

Im weiten Feld der mobilen Applikationen lässt sich eine neue Plattform, wie der zum Ende dieses Monats angekündigte Tablet-PC von Apple, nicht ignorieren und wird sehr wahrscheinlich des Öfteren in dieser Reihe von uns aufgegriffen:


Der amerikanische Medienberater Martin Langeveld hat ein White Paper zu möglichen iPad-Strategien für Verlage erstellt. Er benennt darin Herausforderungen für Marketing und Medien und zeigt mögliche Lösungsansätze dazu auf:

>> iPad strategies for publishers


In der Absatzwirtschaft online werden die zu erwartenden Verkaufschancen des neuen Apple-Produkts in Deutschland ausgeführt und Optionen für Mitbewerber aufgezeigt:
>> iPads wird ein stattliches Absatzpotenzial bescheinigt

Zum Preismodell, dessen Margen und den Herstellungskosten veröffentlichte Arik Hesseldahl einen Artikel in der Bloomberg BusinessWeek:
>> iPad Component Costs Leave Room for Price Cuts

Florian Treiß bei turi2.de berichtet über Umfrageergebnisse zur Zahlungsbereitschaft für Inhalte auf dem kommenden Tablet-PC:
>> heute2: Jeder Dritte würde für journalistische iPad-Inhalte zahlen.

Leah Betancourt zeigt bei Mashable die Chancen und Möglichkeiten in Bezug auf neue Formate und Devices für Medienunternehmen auf:
>> Can E-readers and Tablets Save the News?

Was ist als Nächstes zu erwarten, was folgt dem iPad? Die TAZ schreibt, dass der Apple-Chef den aktuellen Überschuss als Polster anlegt und nicht als Dividende ausschüttet:
>> Jobs spart für das große Ding

Folge 13: Digitales Angebot

In dieser Ausgabe des Medien Monitors haben wir eine aktuelle Übersicht zusammengestellt, die zeigt, welche zusätzlichen Anreize die Verlage ihren Produkten hinzufügen, um die Attraktivität für die Nutzer zu steigern.

Marc Bartl berichtet beim Mediendienst kress anhand einer Analyse des BDZV wie es um die Social Media Präsenz bestellt ist:
>> Deutsche Zeitungen auf dem Digital-Trip:

40% mit Twitter-Account, 17% bei Facebook


Thomas Mrazek bei onlinejournalismus.de erläutert die Erweiterung der Optionen bei einem der ersten erfolgreichen Paid Content-Anbieter:
>> Schnell und unkompliziert: Test.de-Artikel per Handy bezahlen

Im Werbeblogger stellt Jay Martin Vermutungen an zur Funktionalität von Adobe Air auf allen Plattformen und speziell hinsichtlich des iPad:
>> Publikation 2.0: Nun fast in echt

Isabell Hülsen veröffentlicht bei Spiegel online Stellungnahmen von Wolfgang Fürstner, Geschäftsführer des Zeitschriftenverbandes VDZ, zur Sortierung und Zensur des Apple-App-Stores:
>> Medien auf dem iPhone
"Wir werden unsere Seele nicht verkaufen"


Über den Beginn der kooperativen Vertriebsplattform für ePaper schreibt Peter Turi bei turi2.de:
>> heute2: Verlags-Kiosk im Web soll im Sommer starten.

Ehrhard F. Heinold führt in seinem Blog das Pro und Kontra des App-Stores beziehungsweise des geschlossenen Systems von Apple auf:
>> iPhone-Apps: Hoffnungsträger oder Sackgasse für Verlage?

In der InternetWorldBusiness schreibt David Henning über weitere Paid Content Maßnahmen im Bereich ePaper:
>> Verlage arbeiten mit Mobilfunkanbietern zusammen

Die Zukunft sozialer Netzwerke auf der Webciety

CeBIT WEBciety

Am Donnerstag besuchte ich die Cebit, vorrangig mit dem Ziel ,Webciety‘.
Die Anreise war wieder mal ein Highlight, denn seltsamerweise überrascht die Cebit die Bahn genauso, wie der Winter, obwohl doch beide jährlich wiederkehren?!

 

Nach einem Gesamteindruck der Messe, zog es mich in Halle 6 zur Webciety, die über alle Messetage hinweg mit einem spannenden Programm lockt.

Die Anzahl der Besucher in Halle 6 war deutlich höher, als in den anderen Hallen, trotzdem konnte ich bei der Webciety einen Sitzplatz ergattern und lauschte unter anderem der Diskussion „Die Zukunft der sozialen Netzwerke“ - mein persönliches Highlight!

Als Vertreter der Netzwerke waren zu Gast: VZ-Chef Clemens Riedl, XING-Marketer Jackson Bond sowie MySpace Deutschland Chef Joel Berger. Für Clemens Riedl war es der erste öffentliche Auftritt in seiner neunen Position als Geschäftsführer der VZs, mit dem er sofort für Aufsehen sorgte. Denn Riedl machte keinen Hehl aus seiner Antisympathie zum amerikanischen Wettbewerber Facebook, dem er Spam-Methoden unterstellte, die für das Wachstum des Netzwerkes verantwortlich seien und verlangte gleiche Rahmenbedingungen für deutsche und amerikanische Unternehmen. Irgendwie empfand ich das Facebook Bashing als wenig professionell und auch die weiteren Zuhörer machten ihrem Unmut über die Twitterwall Luft. Laut Riedl verhindere die momentane Benachteiligung der deutschen Netzwerke auch ein Innovationswachstum. Ich empfinde das als interessante These, denn es kommt mir doch gelegentlich so vor, als würde die eine oder andere Idee des amerikanischen Netzwerks auch auf ein deutsches Netzwerk überschwappen. Frohe Ernte beispielsweise erinnert mich ein wenig an Farmville, natürlich ist das nur mein subjektiver Eindruck.

Auf die Frage, die an alle Netzwerk-Vertreter gerichtet war, wo die Reise in den nächsten zehn Jahren hingeht, entstand betretenes Schweigen. Der Moderator ließ es sich dennoch nicht entgehen, zum Ende der Diskussion, diese Frage noch einmal aufzugreifen, dieses Mal mit einem Ausblick auf das kommende Jahr. Herr Bond antwortete à la 00XING und teilte mit, dass die Zukunft seines Netzwerkes ein bisschen geheimnisvoll bleibt, dieses Jahr viele neue Sachen geplant sind, aber man erstmal stillhält, um User Feedback zu generieren, Fehler zu vermeiden und viele Neuerungen optimierter starten zu können.

Irgendwie entstand dabei der Eindruck, dass diese Geheimnisse vielleicht eine gewisse Ratlosigkeit bedeuten und auf der Twitterwall war u.a. zu lesen: Haben Soziale Netzwerke ein Business Development?

Ich möchte an dieser Stelle anregen, dass Video der Diskussion einfach mal anzuschauen und wünsche viel Spaß dabei.

Wissen Sie, was ein Viertelgeviert ist?

Innovations in magazines 2010 world report

Allen, die wirklich an interessanten Beispielen für kreative Verlagsprodukte interessiert sind, empfehle ich die brandaktuelle Studie „Innovations in magazines 2010 world report“.

Denn noch einmal: Es gibt nicht die eine Lösung - nicht die eine für alle Verlage und nicht die eine Lösung für den einen Verlag. Verlage müssen kreativer werden. Aus meiner Sicht sind die Anforderungen an die Verlage folgende:

Unterschiedliche Inhalte für unterschiedliche Endgeräte und Print kreieren. Zentral ist die kontextabhängige / situative Nutzung der verschiedenen Medien durch die Leser, die wir in Zukunft vielleicht besser Konsumenten nennen sollten.

Neue Produkte kreieren. Erfolge, wie der von „Landlust“ beweisen, dass auch „klassische“ neue Print-Titel sehr gut funktionieren können. Aber: Wer sagt denn, dass neue Verlagsprodukte auch immer als Print-Version existieren müssen?

Für die Produktion von ganz verschiedenen Inhalten für ganz verschiedene Endgeräte werden natürlich die Produktionsprozesse noch komplexer und es müssen neue Software-Systeme und Tools in den Produktionsprozess eingebunden werden.

Vor allem aber muss endlich das Lamentieren aufhören. Ich möchte gern einmal in die Geschichte des deutschen Verlagswesens zurückblicken und an folgendes erinnern:

Keiner der Verleger, die nach dem 2. Weltkrieg -  ausgestattet mit einer Lizenz einer der Militärbehörden - einen (Neu-)Anfang gestartet hat, hatte die Garantie auf Erfolg. Ich vermute, dass die stärkste Triebkraft vor allem Leidenschaft für das Geschäft war.

In den 80er und 90er Jahren war die Print-Industrie schon einmal einer großen Krise ausgesetzt. DTP und später datenbankgestützte Redaktionssysteme haben die Produktionsprozesse total verändert. Ich war selbst dabei, als bei einem Tageszeitungsverlag Anfang der Neunziger Jahre von Bleisatz auf datenbankgestütztes Publizieren umgestellt wurde. Es war erstaunlich, wie schnell die Setzer, von denen manche vierzig Jahre lang Zeitungsseiten mit Bleilettern in Holzsetzkästen gesetzt hatten (übrigens spiegelverkehrt!), gelernt haben, mit einem Mac und einem Layout-Werkzeug umzugehen.

Deshalb noch einmal mein Appell: Die aktuelle Situation der Verlage ist nicht einfach, aber auch nicht verzweifelt. Mit mehr Leidenschaft, Mut und vor allem Lust zum Querdenken lässt sich sicherlich (immer noch oder wieder) viel erreichen.

Ach übrigens - für alle, die nicht (mehr) wissen, was ein Viertelgeviert ist:

 

http://de.wikipedia.org/

Gastbeitrag und Kommentar zum Bericht der Digital Innovator‘s Summit

Auf den Beitrag von Petra Kischkat erreichte uns eine spannende E-Mail, die wir gerne als Gastbeitrag - mit Einverständnis des Autors - in unseren Blog aufnehmen.

Ja, ist es denn ein Zufall, dass ausgerechnet einen Tag später die Ankündigung von vier neuen Zeitschriften (One-Shots) des Burda-Verlags in mein Outlook flattert? In der Tat, der von Ihnen zitierte Appell „Create experiences for your customers“ bringt die Perspektive des Zeitschriftenmarktes auf den Punkt.
Einerseits zeigt er auf, dass Print-Marken den Eventcharakter im Sinne der Erfahrbarkeit durch den Kunden bislang ziemlich verschlafen haben. Andererseits bleibt der Hinweis auf eine definitiv digitale Zukunft als Voraussetzung für das Event „Zeitschrift“ aus – zu Recht. Sonst würde man sich mit der „Digitalisierung um jeden Preis“ scharf am Rande eines Patentrezeptes bewegen, was, wie Sie richtig bemerken, auf jeden Fall zum Scheitern verurteilt wäre. Zu Guter Letzt versteckt sich in dem Appell auch die Aufforderung zur unbedingten Beibehaltung des Paid-Content Gedankens, denn für „experiences“ zahlen die Menschen gerne.


Den Appell im Hinterkopf greife ich die Ankündigung von Burda wieder auf. Die Entwicklung des Schnittmustermagazin "Easy" für die „Generation Facebook“ als Abschlussarbeit der hauseigenen Journalistenschule, generiert sicher einige originelle Ideen. (Bleibt nur zu hoffen, dass die Macher danach auch vom Verlag übernommen werden.) Aber bei „Anton“, dem neuen Frauenmagazin der Best-Ager krusseln sich mir die Zehennägel. „Anton ist die Antwort auf die Fragen, die sich Frauen irgendwann jenseits der 50 stellen.“ „Irgend…“, das Synonym für Rat-und Planlosigkeit fällt für mich dabei noch nicht mal so ins Gewicht, wie die Annahme, dass Frauen jenseits der 50 bislang noch keine Antworten auf die Fragen des Lebens erhalten haben. Beim ebenfalls angekündigten jungen Erotikmagazin "Alley Cat" frage ich mich dann aber doch, ob hier der Begriff „jung“ nicht schon vorweg als Entschuldigung dafür missbraucht wird, dass man evtl. doch nicht die erste oder zweite Riege renommierter Erotikfotografen für das Projekt gewinnen konnte. Aber vielleicht überrascht das Magazin ja mit… wirklich interessanten Reportagen, welche die jungen Leute von heute so bewegen.


Ihrem Fazit stimme ich zu. Beratung tut vielerorts Not und warum auch nicht wahrnehmen? Beratung von Fachleuten aus der digitalen Branche und/oder der Markenwelt einzuholen ist keine Schwäche, sofern man sich nicht wehrlos alles aufschwatzen lässt und keine klaren Vorstellungen von seiner Botschaft und seinen Zielgruppen hat. Aber zu glauben, Zeitschriften würden ewig leben – zumindest im Rahmen marktwirtschaftlich relevanter Auflagenzahlen – scheint mir genau so töricht, wie der immer noch bestehende Irrglaube der Musikindustrie, das Produkt Tonträger würde ewig leben. Aber das ist eine andere Geschichte.

Norbert Diedrich (Nordbergh)

Digital Innovator‘s Summit - Driving digital profits

Medienhäuser stellen sich kreativ dem strukturellen Wandel ihrer Branche - das hat das diesjährige Treffen von Zeitschriftenverlegern aus der ganzen Welt am 01. und 02. März in Berlin ganz deutlich gezeigt. Hochkarätige Referenten stellten ihre Strategien für interaktive Medien vor und berichteten offen über die bereits gemachten (und teilweise auch erlittenen) Erfahrungen.
Digital Innovator´s Summit 2010
In Vorträgen mit Titeln wie „Online innovations in magazines“, „Monetising social networks and communities“ oder „How can you monetise mobile offerings“, die auf anderen Veranstaltungen immer wieder gern mehr oder weniger substanzlos präsentiert werden, wurden Hard Facts und ganz konkrete Vorhaben präsentiert - von den ganz Großen der Branche wie BILDdigital, Bonnier Magazines, Gannett, Hearst Magazines und G+J. Flankiert wurden die Vorträge der Verlage mit perspektivischen Beiträgen von Werbeagenturen sowie von Mobile Content und Service Providern.

Es wurde ein beindruckendes Panorama an Möglichkeiten aufgefaltet, mit einer Vielzahl von Ideen für interaktive Publikationen. Der Paradigmenwechsel der Branche steht längst nicht mehr vor der Tür, er hat bereits begonnen und wird von den großen Verlagshäusern kräftig vorangetrieben - mit wachsendem Erfolg, denn die Erlöse aus digitalen Publikationen wachsen nachweislich stetig (sofern die Ergebnisse hier nicht geschönt waren).

Natürlich können sich die ganz Großen Experimente und Fehlschläge eher leisten, als die „Kleinen“. Was also sollen die mittelständischen Zeitungs- und Zeitschriftenverlage tun, die sich keine eigenen Think Tanks, Digital Innovation Departments oder Mobile Product Manager leisten können - abwarten, bis die Großen neue Geschäftsmodelle umgesetzt, geprüft und für lukrativ befunden haben? Ich glaube, das wäre fatal - auch mittelständische Verlage brauchen Strategien und neue Geschäftsmodelle - und zwar schnell, bevor der Kuchen verteilt ist. Sie müssen Budgets für neue Konzepte und ja - auch für Experimente - bereit stellen. Darauf zu hoffen, dass man „eines Tages“ von den Großen einfach nur abzukupfern brauche, um dann auf der sicheren Seite zu sein, wäre fatal und wird nicht funktionieren, weil es nicht die eine Strategie für alle gibt.

Selbstverständlich spielte Technologie in der Debatte eine vorrangige Rolle. Immer wieder wurde die Bedeutung von Marketing Intelligence, insbesondere von Zielgruppenanalysen betont, um neue Produkte und Geschäftsmodelle erfolgreich etablieren zu können. Aber neben der Ratio, mit der neue Erlösquellen erfunden und erprobt werden müssen, hat mir ein Appell an die Verleger ganz besonders gefallen, der weit über die Erstellung von Inhalten hinausgeht: „Create experiences for your customers“. Ich denke, diese Perspektive ist ein guter Ausgangspunkt, um ganz neue Produkte und Services mit Leidenschaft zu entwickeln.

Mein Fazit: Jeder Verlag, egal welcher Größe, muss seine eigenen Erfahrungen machen (er darf sich natürlich dabei beraten lassen), sonst verliert er - unabhängig davon, ob er auf dem globalen, regionalen oder in einem kleinen lokalen Markt aktiv ist. Garantien gibt es nicht. Aber Erfahrungen können geteilt werden und geben neue Impulse für ganz neue Ideen - das hat diese Veranstaltung eindrucksvoll gezeigt.

Folge 12: Google

Inzwischen gibt es etliche Berührungspunkte zwischen der so genannten Datenkrake und den Verlagshäusern, so dass wir an dieser Stelle aktuelle Entwicklungen in Form dieser Linksammlung zusammengestellt haben:

In der InternetWorldBusiness wird berichtet, dass das führende soziale Netzwerk den Suchgiganten an der Führungsspitze für Weiterleitung auf Nachrichten abgelöst hat:
>> Facebook überholt Google News als Nachrichtenaggregator

Andrea Rungg und Lutz Knappmann zeigen in der Financial Times Deutschland auf, wie stark Google den Online Werbemarkt im Vergleich zur Konkurrenz beherrscht:
>> Die Welt ist Google

Im Google News Blog veröffentlichten Neha Singh und Josh Cohen einen Artikel zur Freigabe des OpenSource Code und der Dokumentation für Living Stories:
>> Open-sourcing the Living Stories format

Dr. Hans-Peter Siebenhaar beschreibt im Mediawatcher beim Handelsblatt die vielfältigen Fronten und Bereiche, denen Google sich gegenüberstellt und gibt eine Übersicht:
>> Google droht im Streit mit den Buchverlegern eine Niederlage

Der aktuelle Stand im Streit um die Monetarisierung zwischen Rupert Murdoch und dem Suchgiganten:
>> Murdoch will Google verklagen

Erick Schonfeld erklärt bei Techcrunch, weshalb Google eine unfertige Version des Kurznachrichtendienstes Buzz launchte und eine schlechte Betaversion in Kauf nahm:
>> Why Google Pushed Buzz Out The Door Before It Was Ready