Das war der Klub Analog

Wie angekündigt haben wir vergangenen Donnerstag Abend die letzte Folge des Klub Analog genossen und der Diskussionsrunde zum Thema Software und Games in Bremen gelauscht.

Der erste Gast in der Runde war Carsten Meyer-Heder von NEUSTA, der unter anderem anmerkte, dass die Wirtschaftsförderung in der Vergangenheit in der Unterstützung der Kreativbranche übersehen hat, dass ein Kreativer auch immer eine Person benötigen würde, die sie steuert. Das hielt ich erst für stark verallgemeinert, doch Dennis Blöte (noch Neuland BFI, demnächst selbstständiger App-Entwickler) bestätigte dies aus eigenem Erfahrungsschatz, aus einem Fall, bei dem eine Gruppe, die nur aus Kreativen bestand nicht erfolgreich ihr Projekt abschloss bzw. wirtschaftete.
Dirk Beckmann wurde mit der erstaunten Feststellung von der Moderatorin Nadine Portillo vorgestellt, dass er  bereits 1990 die Internetagentur (artundweise) gründete, als es quasi noch kein „Internet“ gab. Genau genommen setzte sich der Begriff Internet zwar schon seit 1982 langsam durch, nachdem das Arpanet TCP/IP adaptierte, doch Dirk Beckmann korrigierte Frau Portillo, dass er damals eigentlich eine Design- und Kreativagentur gründete.

Immer wieder kam in der Runde das Thema Standort Bremen auf. Bis auf Herrn Meyer-Heder war man sich einig, dass es nicht ganz einfach ist, qualifizierte Mitarbeiter von außerhalb in unsere schöne Hansestadt zu locken oder frische Absolventen zum Bleiben zu bewegen.
Carsten Meyer-Heder beschrieb allerdings, dass er es durch die Qualitäten der Stadt, wie beispielsweise günstiges Wohnen stadtnah und im Grünen, sogar recht leicht hätte Mitarbeiter zu finden und zu halten.
Worin sich jedoch alle einig waren; die Angestellten ordentlich bezahlen, fördern und schätzen, bewirkt automatisch eine langfristige Bindung.


Wie auch schon in den vorangegangen Folgen üblich, gab es eine besondere Rahmengestaltung. In einem Nebenraum / der Lounge waren zum Beispiel diverse Spieleklassiker wie Pong aufgebaut oder auch analoge Brettspiele. Es gab ein gratis Überraschungsei für jeden Besucher, die Fußballergebnisse wurden über einen analogen Live-Ticker (handschriftlich notiert auf einem Chart-Papier an der Wand) verkündet und, nicht vergessen darf ich, den hervorragenden Musik-Mix von DJ GU, der mich einen Tanzbereich wirklich schmerzlich vermissen ließ.

An kleinen Stehtischen konnte man in einer Art Mini-Messe mehr über einige Projekte der Podiumsgäste und anderer Teilnehmer erfahren. Dazu musste man lediglich um die Papphocker am Boden etwas Slalom laufen.

Durch die abschließenden Festtagswünsche hätte man ganz schwermütig werden können, da so deutlich das vorbei geraste, letzte Jahr bewusst wurde und der Abschluss der Veranstaltungsreihe.
Erfreulich ist allerdings, dass kommenden März die Dokumentation und Zusammenfassung aller 11 Klub Analog Folgen als Buch erscheinen wird. Darüber hinaus wurde von Nadine Portillo auch schon ein Klub Dialog für das kommende Jahr angekündigt und das klingt mir ganz nach einer dauerhaften Anlaufstelle für mich.

Für die, die den Abend verpasst haben, tragen wir hier bald den Link der Veranstalter zum Podcast nach. Versprochen!

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