Werbung, Kinder und Ernährung

Die Diskussionen „Werbung für oder auch Werben mit Kindern zu verbieten“ kommt als Dauerbrenner immer wieder. Gerade dann, wenn TV-Formate wie „Erwachsen auf Probe“ die Gemüter anheizen, wie es auch kürzlich wieder bei Spiegel online zu lesen war.

Die einen möchten wie in Skandinavien oder Teilen Kanadas am liebsten pauschal Werbung mit und für Kinder verbieten und die anderen möchten sie lediglich auf speziellen Gebieten einschränken. Zum Beispiel hat eine US-Studie (gefunden bei bvpraevention.de) ergeben, dass das Übergewicht um knapp 20% sinkt, wenn man die Werbung für Fast-Food weg lässt. Meiner Meinung nach könnte es bestimmt auch die Statistik drastisch verbessern, wenn die Kinder ganz simpel weniger vor dem Fernseher sitzen, aber das nur am Rande.


Der ZAW Zentralverband der deutschen Werbewirtschaft hat dazu ein Positionspapier mit interessanten Fakten, Emotionen und Resumees veröffentlicht, mit dem Grundtenor, dass Kinder sich sehr schnell Medienkompetenz aneignen und dementsprechend differenzieren. Unter anderem wird dort durch verschiedene Studien belegt, dass Kinder nun durch entsprechende Werbeverbote dann doch nicht ihr Gewicht verändern.

Die Motivation für das Fazit in diese Richtung ist in einem Seitenextrakt auch noch einmal betont:

Seitenextrakt aus dem Themenpapier

Wem kann ich hier glauben?

Also ich vertraue auf die Feststellung (auch belegt in dem Positionspapier), dass sehr viele verschiedene Faktoren für das Gewicht eines Menschen verantwortlich sind und es sich nicht allein durch Werbung regeln lässt. Sonst gucke ich mir in Zukunft nämlich überwiegend Spots für Mineralwasser und Vollwertkost an. Ob ich dadurch nun schlank, gesund und schön werde und auf welchem Kanal und bei welchen Sendungen ich da wohl lande? Ist das dann wiederum gut für meine geistige Gesundheit?

Kommentare:

Tja, das Thema ist schon lange in der Diksussion und die Arguementation erinnert an die Frage, was zuerst da war: Henne oder Ei... Werden Kinder gewaltätiger durch Computerspiele? Bekommen sie stärkere Suchtprobleme durch Alkohol- und Zigarettenwerbung? Sicherlich ist Verantwortung ein ausgesprochen wichtiges Thema in der Werbung und speziell in der Werbung für und mit Kindern/Jugendlichen. Doch die weitaus größeren Stellschrauben liegen doch hier in den Bereichen Elternhaus/soziales Netz, Bildung und Kutur und meines Erachtens kann die Diskussion um Werbeverbote ohne diese Basis nicht befriedigend diskutiert werden, sondern bekommt schnell marktschreierischen Charakter.

Gesendet von Sabine Harrach am Juni 25, 2009 at 01:11 PM CEST #

Ich finde die Argumentation teilweise sehr scheinheilig: "Leute, wir müssen werben um zu überleben, aber eigentlich wirkt sie ja garnicht." Eines von beiden kasnn nur stimmen, kein Unternehmen wirft Kohle für TV-Werbung zum Fenster raus. Und mit dem Ansinnen, die Öffentlichkeit mit Werbung zu erreichen,, erwächst auch eine Verantwortung bzgl. des Inhalts. Der beste Satz deines Artikels ist übrigens der Hinweis, die Glotze einfach auszumachen.

Gesendet von AndreasK am Juli 03, 2009 at 03:38 PM CEST #

Danke AndreasK für den Hinweis, dass mein Grundgedanke scheinbar so undurchsichtig ist, daher hier noch einmal in Kürze: Werbung wirkt, jeder trägt ein wenig Verantwortung (Produzenten von Spots und Betrachter oder deren Eltern) und viele verschiedene Faktoren sind Schlüssel zum Ergebnis. Klarer?

Gesendet von Nicole Haase am Juli 03, 2009 at 04:33 PM CEST #

@Nicole: Waaah!!! Naaain!! Ich meinte damit die scheinheilige/widersprüchliche Argumentation der Hersteller! Aber trotzdem danke für die Kurzversion ;o)

Gesendet von AndreasK am Juli 08, 2009 at 05:38 PM CEST #

Ich finde auch man sollte die Glotze öffters mal auslassen *ggg*

Gesendet von huber am Juli 08, 2009 at 07:39 PM CEST #

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